Artikel vom 11.02.2019

Nur wir zwei! Elopement Trauung - ohne Gäste und Tamtam



Was ist das: Organisatorischer Wahnsinn, Familienstreitereien und haushohe Erwartungen? Nein, die Rede ist nicht vom Auswandern nach Übersee, sondern den Vorbereitungen der eigenen Hochzeit. Hilfe! Wer möchte da nicht einfach durchbrennen?

Psst, geheim! Wenn Prominente heiraten

Bislang ist ihre Zahl überschaubar. Aber immer mehr tun's - und entscheiden sich ganz bewusst für eine intime Zeremonie ohne Tamtam und Brimborium. Bei einer Elopement Hochzeit stören Gäste nur. Die aber keinesfalls nur heimliche Liebe feiert: In Leonberg bei Stuttgart hatte ein Brautpaar Standesbeamten und Ordnungsamtschef auf höchste Geheimhaltungsstufe eingeschworen. Ja, erzählt dieser, er erlebe immer mal wieder, dass Eheleute in spe ihre Absicht, den Bund fürs Leben zu schließen, vor der Welt geheimhielten. Aktuell hieß das Paar Georg Pfeiffer und Susan Gschwender: In der Adventszeit hatte der prominente Leonberger Klavierfabrikant den Standesbeamten eingeweiht: Absolut niemand dürfe von den Heiratsplänen wissen.

Öffentlich und doch geheim: Standesbeamter als Komplize

Geheimniskrämerei im Standesamt, die noch vor zwei Jahrzehnten undenkbar war. Denn damals existierte noch die Pflicht des so genannten Aufgebots: Jeder, der beabsichtigte, die Ehe einzugehen, musste dies öffentlich machen. Doch auch im neuen Jahrtausend gestalten sich Trauungen Prominenter nicht ganz einfach: Während Bräutigam Pfeiffer im Trauzimmer stand, betrat, ein paar Türen weiter, ein Parteifreund des Unternehmers überraschend das Gebäude. Das war knapp! Der Standesbeamte verhinderte, dass die Sache frühzeitig aufflog. Denn der eigentliche Plan des Hochzeitspaares lautete: Den Schleier anlässlich des 60. Geburtstags des Bräutigams durch einen Zauberkünstler offiziell lüften zu lassen. Ein Witz? Nein, nur zwei ortsbekannte Persönlichkeiten, die dem Trubel um ihre Person ihr ganz eigenes Schnippchen schlugen.

Elopement: Wenn Zwei sich aus dem Staube machen

Intimer Ja! sagen geht nicht. Dreistellige Gästezahlen, mehrstöckige Hochzeitskuchen und monatelange Eventplanung sind nicht Ihr Ding? Abgeschreckt vom Hochzeits-Hype, formiert sich ein Gegentrend namens Elopement. Credo: Dieser Moment betrifft und gehört nur uns! Niemand soll an diesem Tag mitreden, weder Freunde, noch Familie, noch Trends oder Konventionen. Weiteres Pro-Argument: Eine aufwändige Hochzeit kostet - aber was tun, wenn sich die Braut am Strand der Malediven sieht? Dann müssen alle geliebten Menschen im kalten Deutschland zurückbleiben - bis auf d e n einen. Wohin Brautleute sonst noch fliehen? Praktisch egal - wer keine Festlichkeiten ausrichtet, muss sich weder um Genehmigungen, noch um Bestuhlung oder Band Gedanken machen. Na gut, ein wenig schon. Denn Brautleute, die sich ganz bewusst für diese Art der Trauung entscheiden, wählen fast immer einen Ort, der eng mit ihrer persönlichen Paargeschichte verknüpft ist. Weshalb etwas Vorplanung nie schadet: Werden wir am großen Tag dort wirklich ungestört sein? Und wie lautet Plan B, wenn das Wetter in Berg, Tal oder Waldlichtung nicht drehbuchgerecht mitspielt?

Dumm gelaufen: Schwiegermutter vereitelt Fluchtpläne

Dass Elopement trotz aller Planung nicht immer gelingt, zeigt jetzt der Fall einer Britin. Wie der Mirror berichtete, verhinderte die Schwiegermutter die Hochzeitsflucht. Was war passiert? Nun, man kann es geschickter anstellen: Das Paar hatte einigen Freunden und Verwandten ihre Pläne anvertraut. So bekam auch die Mutter des Bräutigams Wind davon - und war alles andere als amused. Um seine Mutter nicht zu enttäuschen, rückte nun der Bräutigam von den Elopement-Plänen ab. Und die Braut? Will weiterhin lieber "einfach nur zum Standesamt gehen und ihre Unterschrift leisten". Weshalb die Frage erlaubt ist, ob dieser Ringtausch überhaupt stattfindet.

Hochzeit - reine Privatsache oder doch Familienevent?

Gehört dieser Tag, dieser Moment wirklich nur dem Brautpaar? Muss die Familie draußen bleiben, weil Heiraten nur zwei Gegenüber betrifft? Schwierig, weil nicht wirklich vollen Herzens zu bejahen! Weshalb sich alle, die gern durchbrennen möchten, beim Thema Elopement zumindest ehrlich machen sollten: Bereiten Sie Freunde und Verwandte schonend darauf vor. Man kennt das ja - irgendjemand ist immer beleidigt, verletzt, verschnupft. Wie wäre es mit einem Kompromiss? Der heißt Elopement Shooting: Mit Fotos am absoluten Lieblingsort, aber gefolgt von einem rauschenden Fest, das Freude und Glück mit allen teilt!

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