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Artikel vom 23.03.2012
Flammende Leidenschaft - Bräutigam läuft Amok
© iStockphoto / 04-25-11 © DNY59

Flammende Leidenschaft - Bräutigam läuft Amok


Hochzeiten kosten: Weil er Angst hatte, die Rechnung für seine Hochzeit nicht aufzubringen, verurteilte der Chester Crown Court den Liverpooler Max Kay (37) zu sechs Jahren Gefängnis. Der Richter: Der gerade dem Bankrott entronnene Kay leide wohl an Größenwahn - 25.000 für eine Zeremonie seien weit entfernt von dem, was sich der Angeklagte leisten konnte. Was war passiert?

Mit Traumhochzeit übernommen

Der Schauplatz: Peckforton Castle, bei Taporley in Cheshire - mit Zinnen und Türmchen eine echte Märchenkulisse. Bis zum 19. Juni letzten Jahres, als gegen fünf Uhr morgens ein Flügel in Flammen aufging. 117 Menschen, darunter 13 Kinder, mussten evakuiert werden. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Geschätzter Schaden: Stattliche 6,5 Millionen Euro. Jetzt hat sich Bräutigam und Bauunternehmer Max Kay der Brandstiftung schuldig bekannt.

Nachdem sich der Vater von vier Kindern 20 doppelte Wodka zu Gemüte geführt hatte, legte der Brite Feuer im Salon, direkt unter der Hochzeitssuite. Schon im Vorfeld der Hochzeit hatte er sich mit den Besitzern des Hotels wegen der Kosten angelegt - und habe unter enormem finanziellen Druck gestanden. Verteidiger Patrick Thompson: "Er wollte eigentlich nur die Besitzer in Verlegenheit bringen - ein fataler Fehler."

Feuer und Flamme

Der Schlossherr habe ihn wegen der Rechnung regelrecht gejagt. Da hätte er beschlossen, Rache zu nehmen. Tatsächlich hatte Schlossherr Chris Naylor noch drei Tage vor dem Hochzeitsbankett mit Annullierung der Buchung gedroht, denn 15.000 Pfund waren offen. Direkt am Hochzeitstag musste Kays Braut 3000 Pfund in bar für Drinks hinterlegen.

Nachdem der Bräutigam den Abend in Gesellschaft von reichlich Grey Goose Wodka und Cranberry Cocktails verbracht hatte, teilte der Barmann dem Paar gegen 20 Uhr mit, dass ihr Bar-Geld auf 100 Pfund zusammengeschmolzen war - worauf die Frischangetraute den Barkeeper mit deftigen Ausdrücken belegte. Damit gab sich Kay nicht zufrieden. "Keiner legt sich mit Max an", soll er zum Barmann gesagt und ein Feuerzeug gegriffen haben, um "eine rauchen zu gehen". Kurz darauf brannten die Vorhänge im Salon. Doch Pech für ihn - eine Überwachungskamera hatte alles aufgezeichnet. Und eine Angestellte seine Braut sagen hören: "Ich hoffe, du hast nichts damit zu tun".

Kays Frau Stephanie hat gerade Zwillinge zur Welt gebracht. Doch Max Kay, der Familie und Freunde mit einer glamourösen Hochzeit der Extraklasse beeindrucken wollte, wird im Gefängnis wohl mehr als nur die Einschulung seiner zweijährigen Tochter verpassen.
 

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